Info & Allgemeines

Die Thematik "Ausstieg aus der Organisation der Zeugen Jehovas", im Besonderen hineingeborene Aussteiger betreffend, ist ein sehr spezieller Bereich. Hineingeborene sind äußerst einschlägig geprägt und in einem sehr konkreten Weltbild sozusagen "eingebaut". Sich davon zu befreien ist eine der großartigsten - und anstrengendsten - Leistungen, zu denen ein Mensch fähig ist.

Was die Entscheidung zum Aussteigen tatsächlich bedeutet, was sie mit sich bringt und welchen Herausforderungen sich der Aussteiger stellen muss, wird hier behandelt.

Für alle Nicht-Zeugen empfehle ich die sachlich korrekte und emotionsfreie Beschreibung von Organisation, Lehre & Leben der Zeugen Jehovas von Kris Brandtner (selbst kein ZJ) auf 
http://zjblick.weebly.com/       

Ein aus der Organisation der Zeugen Jehovas Ausgestiegener ist noch lange nicht davon frei.

Die Prägungen dieser Organisation töten schnell und effizient das natürliche Gefühl für sich selbst; Besonders für Hineingeborene hat dies fatale Auswirkungen. Von Geburt an werden Hineingeborene in allen Eigenschaften, Neigungen und Wünschen beschnitten, die nicht in Übereinstimmung mit der Vorgabe der Organisation stehen, wie ein "wahrer Diener Gottes" zu sein hat.

Ein Kind, das als Zeuge Jehovas erzogen wird, verliert sehr bald seine natürliche Selbstachtung, einverleibt permanente Minderwertigkeit, verliert sein Selbstvertrauen und spätestens in der Pubertät ist seine verlorene Selbstliebe offensichtlich. Es lernt, Außenseiter zu sein und dies sogar gut zu heißen. Sein einziges Weltbild ist das der Organisation, und diese Darstellung, was die Welt (alles außerhalb der ZJ) ist, ist für dieses Kind das einzig gültige. Es kennt nichts anderes, und solange dieser Mensch in dieser Organisation ist, wird ihm auch keine Option geboten, sich vom Wahrheitsgehalt dieses Weltbildes selbst zu überzeugen.

Manipulation, die bewirkt, dass das Individuum mit der Zeit von sich selbst, dem ureigentlichen Wesen, getrennt wird/ist, ist gegen jede Ethik und gegen die Menschlichkeit an sich. Es darf Bewusstseinsarbeit geleistet werden auf diesem Gebiet, und am Effektivsten ist es, aus eigener Erfahrung zu erzählen und eigene Erlebnisse zu schildern.

Um sich ein Urteil bzw. eine Meinung über etwas zu bilden, ist es immer wichtig, beide Seiten anzusehen. Ich empfehle hier niemanden, in die Organisation der ZJ einzusteigen, um das zu tun; Information kann sich auf vielerlei Wegen geholt werden.
Was ich jedoch schon empfehle, ist, zusätzlich zu allen Aussagen (die ja grundsätzlich nur Worte sind), auch die tatsächlichen Gegebenheiten anzusehen:

Das Glaubensgebäude der ZJ wirkt solide, beweisbar, aufbauend, fördernd, ermutigend. Ein Großteil der ZJ beantwortet die Frage "Bist du glücklich als ZJ?" mit einem eindeutigen "Ja!". Ist das jedoch tatsächlich der Fall? Wie sehen die Familien der ZJ aus (nicht nach außen hin, sondern im praktischen Leben)? Wie geht es dem einzelnen ZJ in Sachen Selbstentwicklung, Eigenverantwortlichkeit, freies Gestalten seines Lebens? Werden die Kinder in ihren natürlichen Anlagen gefördert? Wie geht es den Kindern generell in ihrem Umfeld und in ihrer sozialen Entwicklung? Wieviel Platz und welchen Stellenwert haben die eigenen Herzenswünsche (die ja Wegweiser zum erfüllten und erfolgreichen Dasein sind) und deren Erfüllung? Wieviele ZJ können wirklich auf Anhieb sagen, wer und was sie sind?

Ich stelle hier keine Behauptung auf, dass die Organisation der ZJ "böse" oder anderes wäre. Was ich sehe, ist der Zustand von Menschen mit großem Herz innerhalb der Organisation (sich selbst nicht wahrnehmend sondern in essentiellen Bereichen negierend und verneinend, Selbstaufgabe zugunsten der Lehren und des Lebens für "Jehova", passive Lebensgestaltung, grundsätzlich im Opferbewusstsein). Auch kann jeder sehen, in welchem Zustand Aussteiger sind und wie es ihnen in ihrem "Leben danach" geht. Das sagt an sich viel über die Organisation aus, ganz gleich, was sie selbst über Aussteiger sagt (sind nur Worte!).

Wie gesagt, die Fakten zeigen, was Sache ist, nicht die Worte und Argumentationen. Und die kann sich wirklich jeder selbst ansehen.
 

 

Auf diesen Seiten gibt es Informationen über innerorganisatorische Abläufe und die Auswirkung auf Hineingeborene und den einzelnen ZJ, alles aus eigener Erfahrung, Beobachtung, aus eigenem Erleben. Meine Meinung und meine Äußerungen sind nicht dafür gedacht, fraglos übernommen zu werden, sondern vielmehr als Information für Außenstehende und als Hilfestellung für Betroffene - speziell für hineingeborene Aussteiger.

Das Ziel ist ein Leben in Selbstbestimmtheit, souverän und eigeninitiativ geführt. Das macht kein ZJ, denn das widerspricht gänzlich den Lehren und der Lebensführung als Zeuge. Um wieder in die eigene Souveränität zu kommen, raus aus dem Opferbewusstsein, mag ein Austausch mit Gleichgesinnten förderlich sein. Als Betroffene/r findest Du hier eine Möglichkeit dafür, oder Du schreibst mir direkt, es würde mich freuen :-)

 

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